Holzfenster sind ein echter Hingucker und verleihen Häusern einen charmanten, natürlichen Look. Doch mit der Zeit setzen Witterungseinflüsse dem Rahmen zu, Farbe blättert ab, das Holz wird grau oder sogar schwarz.
Ist dann ein kompletter Austausch wirklich notwendig? Nein! Mit einem professionellen Neuaufbau des Schichtsystems lassen sich stark verwitterte Holzfenster kostengünstig und nachhaltig wieder instand setzen. Wir zeigen Ihnen, wie es geht.
Vorbereitung: Alte Beschichtung entfernen
Bevor eine neue Farbschicht aufgetragen werden kann, muss die alte, beschädigte Beschichtung entfernt werden. Über die Jahre kann Wasser tief in das Holz eindringen und zu Verfärbungen sowie strukturellen Schäden führen.
Um das Holz wieder aufzuhellen und eine optimale Grundlage für den neuen Anstrich zu schaffen, muss es gründlich abgeschliffen werden.
Bei diesem Holzfenster ist das Holz an manchen Stellen bereits abgeplatzt. Dies ist ein typisches Schadensbild, das durch Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen entsteht.
Schritt-für-Schritt-Anleitung:
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Grobe Schleifarbeit: Verwenden Sie ein Schleifpapier der Körnung P40-P60 auf einer Exzenterschleifmaschine, um die alte Farbschicht effektiv zu entfernen.
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Feinschliff: Nach dem Grobschliff empfiehlt sich ein Feinschliff mit P100-P150, um abstehende Holzfasern zu glätten und eine feine Oberfläche zu erzielen.
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Kantenschutz: Um Schäden an Fensterscheiben zu vermeiden, sollten Sie die Glasflächen mit Fensterfolie oder breitem Betonband abkleben.
Ein weiteres Beispiel für abgeplatztes Holz zeigt sich an dieser Holztür. Hier sind ebenfalls deutliche Abnutzungsspuren erkennbar, die eine gründliche Sanierung erfordern.
Tipp: Arbeiten Sie an den Kanten besonders vorsichtig, um ein Abrutschen der Schleifmaschine zu vermeiden und Kratzer auf der Fensterscheibe zu verhindern.
Benötigte Werkzeuge: Exzenterschleifer, Schleifpapier (P40-P150), Fensterfolie, Betonband zum Abkleben
Schutz & Grundierung – Die Basis für einen langlebigen Anstrich
Nach dem Abschleifen liegt das Holz offen und muss vor Feuchtigkeit, Bläue und Schimmelpilzbefall geschützt werden. Hier kommt die Holzimprägnierung ins Spiel.
Dieses geschliffene Holzfenster, bietet nun eine optimale Grundlage für die Imprägnierung.
Warum ist eine Imprägnierung wichtig?
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Schützt vor Bläue und Schimmelpilzbefall
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Sorgt für eine bessere Haftung der nachfolgenden Farbschichten
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Verlängert die Haltbarkeit des Holzfensters
Anwendung: Tragen Sie eine lösemittelhaltige Holzschutz-Imprägnierung mit einem Rundpinsel auf und lassen Sie diese vollständig trocknen.
Ein weiteres Beispiel ist die geschliffene Holztür, die nun bereit für die Imprägnierung ist.
Benötigte Werkzeuge: Rundpinsel, Flächenstreicher, Lackdosenöffner, Rührholz
Der perfekte Anstrich – Lasur oder deckende Farbe?
Nach der Trocknung der Imprägnierung kann die neue Farbschicht aufgetragen werden. Hier haben Sie die Wahl zwischen einer Lasur oder einer deckenden Holzfarbe:
Während Holzlasuren halbtransparent oder transparent sind und damit die Holzmaserungen betonen, sind Holzfarben deckend. Holzlasuren dringen tief in das Holz ein und schützen den inneren Kern des Holzes.
Dabei benötigen Lasuren meist mehrere Anstriche für den optimalen Schutz. Holzfarben dagegen haben eine versiegelnde Wirkung.
Tipp: Wenn ein Holzbrett nur teilweise beschädigt ist, sollten Sie es trotzdem komplett abschleifen und streichen. Ein halb bearbeitetes Brett kann optisch unschön wirken.
Die Holztür wurde sowohl mit einer Holzlasur zum Schutz des Holzkerns als auch mit einer Holzfarbe beschichtet, die das Ganze optisch veredelt und versiegelt.
Benötigte Werkzeuge: Rundpinsel, Flächenstreicher, Lackdosenöffner, Rührholz
Nachhaltigkeit und Pflege für langlebige Holzfenster
Damit die frisch renovierten Holzfenster möglichst lange halten, ist eine regelmäßige Pflege entscheidend. Überprüfen Sie mindestens einmal im Jahr den Zustand der Farbschicht und bessern Sie kleinere Schäden frühzeitig aus.
Zudem sollten die Fenster regelmäßig von Schmutz und Feuchtigkeit befreit werden, um das Holz langfristig zu schützen.
Pflege-Tipps:
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Lasuren regelmäßig erneuern, um den UV-Schutz aufrechtzuerhalten
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Fensterrahmen vor stehendem Wasser schützen
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Nur geeignete Holzschutzmittel verwenden
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Bei ersten Anzeichen von Abnutzung leichte Nachbesserungen vornehmen
Fazit: Nachhaltige Sanierung statt teurer Austausch
Mit einer gründlichen Vorbereitung, dem richtigen Holzschutz und einem professionellen Anstrich können stark verwitterte Holzfenster wieder wie neu aussehen. Ein vollständiger Austausch ist oft nicht nötig – stattdessen sparen Sie Kosten und verlängern die Lebensdauer Ihrer Fenster nachhaltig. Mit den richtigen Techniken und etwas Geduld bringen Sie Ihre Holzfenster wieder zum Strahlen!